Staatsarchiv des Kantons Zürich Bau 3

Die Verfasser setzen die Reihung von eigenständigen, durch Fugen getrennten Bauten annähernd gleicher Ausdehnung fort. Sie entwickeln die Erweiterung aus Themen, die in den ersten beiden Bauabschnitten formuliert sind, und schaffen damit eine Einheit von drei Bauten mit unterschiedlichen, aber ähnlich starken Architektursprachen. Mit der Wahl von vorfabrizierten Fassadenelementen aus weissem Kalksteinbeton und geschossweise versetzten Fenstern wird eine Verwandtschaft zu Bau 2 gesucht. Die umlaufende Fassade der Erweiterung, in welcher sich das statische Raster abzeichnet, variiert ein Thema von Bau 1. Die Einbettung ins Gelände erfolgt sehr rücksichtsvoll, sodass der spannungsvolle Kontrast von Gebäude und Naturpark erhalten bleibt. Die innenräumliche Schichtung der bestehenden Bauten wird weitergeführt. So entsteht über alle drei Bauabschnitte eine interessante Raumfolge, die mit dem Lesesaal in Bau 1 beginnt, über die Repertorienhalle in Bau 2 weitergeführt wird und in Bau 3 mit einem doppelgeschossigen Pausenbereich einen vorläufigen Abschluss findet. Um die doppelgeschossige Halle werden Besucher- und Arbeitsräume sinnvoll organisiert und so angeordnet, dass der Besucher durch grossformatige Fenster Einblick in unbekannte Bereiche des Staatsarchivs erhält.

Der kurze Aktentransport durch den Publikumsbereich findet vor der Verbuchung in der Bereitstellung statt und ist praktikabel. Die Trennung des Kundenbereichs von den Arbeitsplätzen ist gut gelungen: Durch den U-förmigen Gang werden die Arbeitsplätze für Kundendienste und Editionsprojekte sowie der Sitzungsraum gekonnt an das bestehende und das erweiterte Umfeld angeschlossen. Obwohl die Anbindung von Bau 2 an Bau 3 sehr schmal ausgestaltet ist, gelingt es in Geschoss G auf elegante und effiziente Weise, neben dem leicht verengten Hauptgang zwei Materialräume und eine durchgängige Erweiterung der Buchbinderei unterzubringen.

Der Einsatz des Systems Cobiax reduziert das Eigengewicht der Decken, was zu geringeren Erdbebeneinwirkungen und damit zu insgesamt weniger hoch beanspruchten Tragelementen führt. Die mittels Wandscheiben sichergestellte Aussteifung vermag auch bei einer späteren Aufstockung die Horizontallasten zu übernehmen. Die detaillierten Ausführungen zu Materialien und zum Tageslicht ermöglichen phasengerecht das Erreichen des Minergie-P-eco-Standards.

(Auszug aus dem Jurybericht)

Bauherrschaft
Hochbauamt Kanton Zürich HBA

Status
offener Projektwettbewerb, 4.Preis, 2013

Mitarbeit
Jovanka Rakic

Statik
WAM Planer und Ingenieure AG, Bern

Bauphsyik
Marc Rüfenacht Bauphsil & Energie, Bern

Portfolio

Büroprofil / CV

Patrick Roost Planung Architektur wurde 2007 als Einzelfirma von Patrick Roost gegründet und 2010 in eine GmbH umgewandelt. Die Bandbreite der seither bearbeiteten Projekte reicht von kleineren privaten Aufträgen über Wohnungs- und Infrastrukturbauten bis zur Renovation und Erweiterung von denkmalgeschützten, historischen Gebäuden sowie grossmassstäblichen Bebauungs- und Masterplänen. Neben dem Bauen ist die Bearbeitung von Wettbewerben und Studienaufträgen ein zentraler Bestandteil des Büros.

Patrick Roost diplomierte 2001 an der ETH Zürich bei Prof. Hans Kollhoff. Praktische Erfahrung erlangte er durch Praktika und Mitarbeit in verschiedenen renommierten Deutschschweizer Büros, u.a. bei Fickert & Knapkiewicz und Christ & Gantenbein. 2002-2003 arbeitete er bei Cecil Pierce & Assoc. Architects in New York. Seit 2011 war er mehrmals Gastkritiker an der ETH Zürich. Patrick Roost ist verheiratet und Vater von zwei Kindern.

 

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