






Die vorgefundene Situation an der Thurgauerstrasse in Zürich-Seebach ist geprägt durch unterschiedliche Nachbarschaften.Einerseits befinden sich südlich und östlich des Baufeldes grossmassstäbliche Gebäude und Hochhäuser, andererseits ist das nördlich angrenzende Gebiet durch eine kleinmassstäbliche Siedlungsstruktur von Einfamilienhäusern geprägt. Das neue Hochhaus mit Sockel soll sich in diese heterogene städtebauliche Umgebung einfügen. Die Einpassung in den grösseren Massstab erfolgt durch die volumetrischen Vorgaben des öffentlichen Gestaltungsplanes. Durch unterschiedliche architektonische Ausformulierungen soll der mächtige Baukörper allerdings auf
einen kleineren Massstab heruntergebrochen werden. Ein erste solche Ausformulierung gestaltet sich in erkerartigen Gebäudeteilenauf den Geschossen des Gesundheitszentrums, sowie den Geschossen mit Alterswohnungen. Die zueinander versetzten vorspringenden Gebäudeteile führen zu einer spannungsvollen Proportionierung des Gesamtbauköpers. Eine zweite Massnahme zur Brechung des Massstabes ist eine gitterartige Keramikfassade, welche sich netzartig über alle Gebäudeteile entwickelt und jeweils zwei Geschosse fasst. Nicht zuletzt dient die Fassadenbegrünung, in ihrer spezifischen Ausführung, um den unverwechselbaren Charakter des Hochhauses und dessen Fernwirkung zu generieren, wie auch im Innern des Gebäudes die unmittelbare Natur erleben zu können. Materialisiert aus grossformatigen, grün glänzenden, zueinander versetzten Keramikelementen rahmt die gitterartige Fassade spielerisch Fassadenfelder unterschiedlicher Grösse und verleiht dem Hochhauskomplex seinen spezifischen Charakter. Die Wirkung der Fassade verändert sich dabei über den Tages- /Nachtverlauf chamäleonartig. Mal zeichnet sich das Gitter im Sonnenlicht plastisch ab, mal wird es eins mit der restlichen Fassade. Abends, wenn durch die Beleuchtung das Innere von aussen sichtbar wird, tritt es dezent in den Hintergrund. Die innovative Fassadenbegrünung unterstreicht den zukunftsweisenden Anspruch des prägnanten Hochhauses, welches den städtebaulichen Auftakt des öffentlichen Gestaltungsplanes westlich der Thurgauerstrasse bildet.
Bauherrschaft
Stadt Zürich
Status
Projektwettbewerb im offenen Verfahren für Generalplanende
Arbeitsgemeinschaft
mit Reto Liechti Dipl. Architekt ETH/SIA, Zürich
Bauingenieurwesen
Baukonstrukt AG, Biel/Bienne
Visualisierungen
Fabien Schwarz, Karin Gauch
Patrick Roost Planung Architektur wurde 2007 von Patrick Roost gegründet. Die Bandbreite der seither bearbeiteten Projekte reicht von kleineren privaten Aufträgen über Wohnungs- und Infrastrukturbauten bis zur Renovation und Erweiterung von denkmalgeschützten, historischen Gebäuden sowie grossmassstäblichen Bebauungs- und Masterplänen. Neben dem Bauen ist die Bearbeitung von Wettbewerben und Studienaufträgen ein zentraler Bestandteil des Büros.
Patrick Roost diplomierte 2001 an der ETH Zürich bei Prof. Hans Kollhoff. Praktische Erfahrung erlangte er durch Praktika und Mitarbeit in verschiedenen renommierten Deutschschweizer Büros, u.a. bei Fickert & Knapkiewicz und Christ & Gantenbein. 2002-2003 arbeitete er bei Cecil Pierce & Assoc. Architects in New York. Seit 2011 war er mehrmals Gastkritiker an der ETH Zürich.
Patrick Roost Planung Architektur GmbH
Wasserwerkgasse 5
3011 Bern
+41 31 961 07 78
mail@prpa.ch